Saisonarbeitsverhältnis – Beschäftigung während der Badesaison

Ein Mitarbeiter hatte ab Juli 2000 einen Arbeitsvertrag geschlossen, in dem vereinbart wurde, dass er jeweils in der Freibadsaison vom 1. April bis 31. Oktober im örtlichen Schwimmbad beschäftigt wird und auch nur in dieser Zeit bezahlt werde. Dieser Mitarbeiter klagte deshalb vor dem Arbeitsgericht mit dem Ziel, dass festgestellt werden soll, dass sein Arbeitsverhältnis nicht zum 31.10. beendet worden sei, sondern auch über diesen Termin hinaus als unbefristetes Arbeitsverhältnis weiter bestehen sollte. Die Klage wurde in allen Instanzen abgewiesen.

Insbesondere das Bundesarbeitsgericht wies darauf hin, dass die mit der Gemeinde geschlossene Vereinbarung wirksam sei. Der Kläger sei durch die begrenzte Beschäftigung nicht nach § 307 Abs. 1 BGB unangemessen benachteiligt worden. Die Gemeinde habe bei Abschluss des Arbeitsvertrages davon ausgehen dürfen, dass sie nur während der Badesaison für den Kläger Beschäftigungsbedarf habe.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19. November 2019, 7 AZR 582/17

Diese Entscheidung hat auch Relevanz auf andere Arbeitsverhältnisse und Branchen. Mit den Argumenten des Bundesarbeitsgerichts können beispielsweise auch Mitarbeiter in der Gastronomie, beispielsweise in Biergärten, in Wintersportorten etc. saisonal beschäftigt werden, ohne dass jedes Jahr ein neues befristetes Arbeitsverhältnis abgeschlossen werden muss.

Der Vorteil für den Arbeitgeber ist seine höhere Planungssicherheit. Die Nachteile muss hier allerdings der Arbeitnehmer tragen. Er erhält nicht nur während der Nichtbeschäftigungszeiten keinen Lohn, er erhält in diesen Zeiten möglicherweise auch kein Arbeitslosengeld.